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Geschichten von Fuerteventura
Mai 2022

Geschichten von Fuerteventura

“Von den Cabañuelas...”

Heute möchte ich Ihnen etwas über die Cabañuelas (traditionelle Methode zur Wettervorhersage) erzählen, die von dem Einheimischen aus Fuerteventura genutzt wurden, um die Zukunft vorherzusagen, und zwar um – für einen sehr wichtigen landwirtschaftlichen Nutzen - zu entscheiden, ob gesät werden soll oder nicht... Das ist “die Cabañuela de Las Dueñas”. Sowohl die Aberruntos als auch die Cabañuelas enthalten “Pinselstriche” der Realität, obwohl die Zeit und das Volkswissen später die Fantasie hinzufügen werden, die sie magisch und unvergänglich machen... Die Herrinnen waren drei Schwestern, María, Tomasa und Alejandra. Sie hatten den Spitznamen “Las Indianas“ und wurden im ersten Drittel des XIX. Jahrhunderts geboren. Ihr Vater, der aus Las Pocetas in der Nähe von La Antigua stammte, war in Kuba gewesen, einem Land, das viele Auswanderungswellen anzog. Fast alle Heimkehrer hatten bei ihrer Rückkehr Geld, und als Erstes mussten sie Land, Ziegen und Kamelen kaufen. All dies gewährleistete nicht nur ein menschenwürdiges Überleben, sondern auch einen gesellschaftlichen Status, da die Töchter bessere Chancen hatten, einen guten Ehemann zu bekommen. Dazu kam der “Stolz”, Land von einem Grundbesitzer zu kaufen, der “zu wenig” hatte, und alles andere, was man mit Geld kaufen konnte. Kurz gesagt: ein Indiano war ein “Symbol“ für wirtschaftliche Macht. Sie kamen in einem Anzug aus weißem Leinen oder einem anderen auf der Karibikinsel üblichen Stoff und meistens mit einem Panama-Hut und, wenn sie schon lange in diesem Land waren, sogar mit einer Goldkette und einer Havanna-Zigarre, ganz zu schweigen von den Koffern und Stiefeln der “Neureichen”. Aus nicht bekannten Gründen zog der Vater mit seiner ganzen Familie nach La Matilla. Dort spielte sich die Geschichte mit den drei ledigen Schwestern ab, über die die Anekdote “La Cabañuela der Herrinnen” erzählt wird, diese am meisten praktizierte, berühmte und sicherste der Insel. Und das wurde überliefert... In der Nacht des 17. Novembers ließen die Bauern die Kamele in der Dunkelheit unter freiem Himmel schlafen. Am folgenden Tag strichen sie mit der Hand über die Korkeiche, um zu sehen, ob sie feucht war. Auf diese Weise wurden das Wetter, der Regen und die Güte der Ernte vorhergesagt. Hier kommen die Dueñas (Herrinnen) ins Spiel und machen die Cabañuela zu “ihrer” oder zumindest zu einer Anekdote. An dem vereinbarten Tag im November standen sie sehr früh auf, denn sie besaßen sehr viel Land, und es war wichtig, den richtigen Zeitpunkt für die Saat vorherzusagen. Sie gingen dorthin, wo die Kamele standen, und fuhren mit den Händen über die Korkeichen, um zu prüfen, ob sie trocken waren. Wenn sie nass waren, gaben sie den Bauern eine Menge Getreide zur Aussaat, aber wenn sie trocken waren, gaben sie kein Getreide. Das bedeutete Hunger... Eines Jahres einigten sich die Bauern, und einer von ihnen stand vor den Frauen auf und machte den Test: Er sah, dass die Kamelrücken trocken waren, also nahm er einen Eimer Wasser und schüttete es auf die Rücken der Kamele. Als die Dueñas ankamen, um den Test durchzuführen, sahen sie, dass die Corcovas sehr nass waren, und sie verteilten reichlich Getreide an die Bauern, die es nicht aussäten, weil sie wussten, dass sie nichts ernten würden, aber genug Weizen und Gerste hatten, um Gofio zuzubereiten. Auch wenn dies nur eine Anekdote ist, so dient sie doch als weiterer Beweis für den „Scharfsinn“ und die Fähigkeit der Einheimischen, in schwierigen Situationen zu überleben. Dies sind einige Vorhersagen für die Landwirtschaft für die Monate September, Oktober, November und Dezember, die auch mit der Verehrung des entsprechenden Heiligen und manchmal mit den Mondphasen zusammenhängen. Sie wurden in der Gegend von Tetir und Tindaya angewendet. 4. Oktober de Octubre – San Francisco - Wenn der Tag regnerisch ist, ist das ein schlechtes Zeichen. - Wenn es im Oktober bei Neumond regnet, wird es den ganzen Winter über regnen. - Wenn es bei Neumond im Oktober regnet, regnet es auch bei den folgenden Monden, daher sagt der Volksmund: „Der Oktobermond, der sieben Monde bedeck“. 13. Oktober – San Miguel - Wenn es am Tag des San Miguel regnet, wird dieses landwirtschaftliche Jahr einen schlechten Winter haben. Es ist gut, wenn es warm und mild ist, weil es dann keine Mollizna gibt. 25. und 30. November – Santa Catalina und San Andrés - Wenn es an Santa Catalina nicht geregnet hat, dann rechne am Tag des San Andrés damit, und wenn es dann nicht regnet, ist das ein schlechtes Zeichen. 4. und 8. Dezember – Santa Bárbara und die Purísima - Wenn es am 4. oder am 8. Dezember regnet, wird das Jahr gut, wenn es an beiden Tagen regnet, sogar sehr gut.

 

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