Interview
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Isaí Blanco - Bürgermeister von La Oliva

„Wir sind eine der wenigen Gemeinden, die es geschafft haben, ihren Haushalt um 60% zu erhöhen“

Da bald Wahlen sind, haben wir uns mit dem Bürgermeister von La Oliva getroffen, um uns etwas über seine Pläne erzählen zu lassen.

Was sind Ihre Projekte?

Ich würde gerne so weitermachen wie bisher. Wir haben in einer Zeit angefangen, in der die politische und die ökonomische Situation in dieser Gemeinde nicht stabil waren. Da uns Mittel und Personal fehlten, regierten wir nicht nur mit einer Minderheit, sondern auch unser Ansehen hatte darunter zu leiden. Und leider nicht nur bei den Bewohnern der Gemeinde, sondern auch auf anderen Inseln. Es wurde von einer schwierigen Gemeinde gesprochen. Ich glaube, dass wir dieses Problem gelöst haben, und wir haben sogar alte Schulden zurückgezahlt, die im vergangenen Jahr 24.000.000 Euro betrugen. Wir haben keine Schulden mehr! Wir haben sogar für eine Enteignung gezahlt, die vor mehr als 30 Jahren stattfand. Alles lief zum Nachteil der Besitzer sehr langsam. Irgendjemand war in der Zwischenzeit schon gestorben. Wir bemühten uns, alles so schnell wie möglich zu machen. Die Verwaltung ist daran gewöhnt, alles sehr langsam zu machen, aber das ist nicht richtig.

Was haben Sie in dieser kurzen Zeit noch gemacht?

Wir haben unseren Haushalt um 60% erhöht. Ich glaube, wir sind eine der wenigen Gemeinden in ganz Spanien, die das geschafft hat. Dafür mussten wir viel tun. Als erstes den Haushalt verabschieden, der seit 2014 nicht verabschiedet worden war. Die Bevölkerung ist sich nicht bewusst, dass ein nicht genehmigter Haushalt ein ernstes Problem ist; aber man kann bei einer Bevölkerung, die in den letzten Jahren sehr gewachsen ist, nicht mit einem alten Haushalt weitermachen. Da niemand das voraussehen konnte, ist das Angebot an Leistungen logischerweise nicht gewachsen. Die alten Verträge sind heute nicht mehr ausreichend, und einige waren damals schon mangelhaft. Sie decken den Bedarf der Gemeinde an Mitarbeitern nicht ab, weil das Gesetz nicht erlaubt, einfach Leute einzustellen. Deshalb haben wir im letzten Plenum die Reinigung der Straßen, Strände, Schulen und Gärten usw. öffentlich ausgeschrieben. Es werden jetzt 64 Personen in der Gemeinde beschäftigt, um Verbesserungs- und Verschönerungsarbeiten auszuführen. Ich kann zum Beispiel sagen, dass es heute nur einen Gärtner für die Gemeinde gibt. Von jetzt an jetzt werden es 14 sein. Dazu kommen die Maschinen für die Instandhaltung der Gärten. Die Gemeinde ist voll von Beeten, die nicht gepflegt werden. In fast allen Dörfern und im hochgelegenen Teil von Corralejo gibt es keinen Reinigungs-Service. Wir haben nur die wenigen Mitarbeiter der Gemeinde. In dieser Gemeinde haben wir nur wenige Mitarbeiter, die jeden Tag da sind. Die werden überall hingeschickt. Nur ein Betrieb ist für die Altstadt von Corralejo zuständig, und dieser Dienst ist nur an zwei Tagen pro Woche auf der Straße. Stellen Sie sich vor, dass er – angesichts des Tourismus – von nun an sechs Tagen auf der Straße sein wird. Jede Gemeinde wird über einen Reinigungsdienst mit angemessenen Geräten verfügen. Auch die Gegend von Grandes Playas wird abgedeckt, und die Dienste, die für die Instandhaltung der Schulen zuständig sind, werden 16 weitere Mitarbeiter bekommen.

Wann beginnt dieser neue Vertrag?

Wenn alles gut läuft, in drei Monaten. Es ist schwer, genau den Tag vorauszusagen, weil die Gemeinde nicht genug Mitarbeiter hat und sich nicht um alle Einstellungsverfahren kümmern kann.

Glauben Sie, dass Sie die Ergebnisse sehen werden?...

Das würde mich freuen, aber auch falls ich nicht mehr dieses Amt ausüben sollte, würde ich gerne sehen, dass alles gut läuft. Auch die Bürger sehen nur das, was draußen passiert. Man kann die ganze Arbeit, die getan werden musste, um bestimmte Dienste zu beschäftigen, nur schätzen, wenn man die vorherigen Probleme kennt. Jetzt sind wir dabei, weitere Probleme zu lösen: unter anderem die vielen Wände mit Werbeplakaten, die Probleme mit Quads und Bugys. Manchmal gibt es auch Probleme mit den Surfern, die die Badegäste stören. Wir treffen uns auch mit den Surfschulen, deren Arbeit nicht richtig geregelt ist. Wir arbeiten daran seit letztem Sommer. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern für alles sind tausend Formalitäten erforderlich, unter anderem ein Umweltbericht, der nicht von uns abhängig ist. Deshalb ist es schwierig, Fristen festzulegen. Wir fangen auch damit an, die Asphaltierung und die Infrastruktur einiger Autobahnen zu verbessern, was zu einer allgemeinen Verbesserung der Gemeinde beiträgt.

Sind all diese Arbeiten und Verspätungen sehr stressig für Sie …

Ja, aber für die Bürger, die nicht wissen was passiert, ist es noch stressiger. Sie sehen, dass die Dinge keine Fortschritte machen und denken, dass alle Politiker gleich sind. Ich möchte die Dinge gut machen. Ich liebe meine Heimat und arbeite gern mit meinem Team im Rathaus zusammen. Wir haben gut zusammengearbeitet. Wir hatten – unabhängig von den verschiedenen Parteien, denen wir angehören – Erfolge und Niederlagen. Wir haben alle für die gleichen Niederlagen gekämpft.

Gibt es sonst noch etwas Neues?

Wir warten noch auf die Ergebnisse der Umfrage über die Kreuzfahrtschiffe im Hafen von Corralejo. Wir haben ein angesehenes Unternehmen beauftragt, um die Durchführbarkeit eines Berichtes der kanarischen Hafenbehörde zu prüfen. Wenn das Ergebnis positiv ausfällt, ist es eine politische Angelegenheit, ihn durchzusetzen.

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