Feministische Rubrik
December 2022

Umfassende affektive Sexualerziehung (EASI)

Umfassende affektive Sexualerziehung (EASI)

Vollständiges Manifest hier: https://www.harimaguada.org/download/786

Zahlreiche Verbände unterstützen das Manifest des Kollektivs Harimaguada und fordern die tatsächliche Umsetzung dieses grundlegenden Themas in den Schulen, weil es bei der Ausübung der sexuellen Rechte nicht nur um den unvoreingenommenen Zugang zu Informationen und Beratung im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit geht, sondern auch darum, dass alle zu diesem Thema ihre eigenen Entscheidungen treffen können. Nur durch Freiheit, Unabhängigkeit, Fürsorge und Respekt vor der Andersartigkeit können die Menschen eine gesunde und erfüllte Sexualität genießen. Die affektive Sexualerziehung ist unerlässlich, um affektive Bindungen erfolgreich aufzubauen, sie zu erkennen und auf eine positive, gesunde und gleichberechtigte Weise damit umzugehen. Sie ist darüber hinaus der Schlüssel zur Verhütung von ungewollten Schwangerschaften und dem Schutz vor Geschlechtskrankheiten und AIDS sowie zur Vorbeugung von geschlechtsspezifischer Gewalt und LGTBI-Phobie, denn auf den Kanaren besteht ein Mangel an dieser affektiven Sexualerziehung. Da diese Aufgabe von keinem sozial-gesundheitspädagogischen Bereich und auch nicht von den Familien erfüllt wird, sind die Quellen dafür das Internet, die sozialen Netzwerke, Videospiele und Serien, die nichts anderes tun, als die Sexualität mit einem weiteren Produkt des kapitalistischen Marktes zu verwechseln. Die affektive Sexualerziehung zielt darauf ab, den Menschen ein angemessenes Selbstwertgefühl, Unabhängigkeit und Selbstvertrauen zu vermitteln, damit sie den ästhetischen Druck, der auf uns ausgeübt wird, in Frage stellen, positive Beziehungen aufbauen und gesunde Entscheidungen in Bezug auf den eigenen Körper treffen können; außerdem sollen stereotype und hegemoniale Vorstellungen usw. dekonstruiert werden. Die affektive Sexualerziehung basiert auf den international anerkannten Menschenrechten, den Rechten der Kinder, den Rechten der Frauen und den sexuellen Rechten. Es ist eine Aufgabe, für die Familien, Lehrer und Fachleute aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich gemeinsam verantwortlich sind. Aus einer feministischen Perspektive stellt die affektive Sexualerziehung geschlechtsspezifische Zwänge in Frage und schlägt ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben vor. Außerdem gleicht sie bestehende, auf Sexismus beruhende Defizite aus, z. B. in Bezug auf Selbstbewusstsein und Unabhängigkeit bei Mädchen oder auf den Ausdruck von Gefühlen und die Fähigkeit zur Fürsorge bei Jungen, und fördert die Prävention von männlicher Gewalt und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen.

Adelina Padrón Cabrera

 

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