Interview
Image
2.00

Moisés Jorge – Direktor des Patronats für Tourismus von Fuerteventura

Die Erwartungen auf dem britischen Markt sind für 2019 besser als erwartet

Obwohl die Statistiken sagen, dass die Anzahl der Touristen auf Fuerteventura im Lauf des Jahres gestiegen ist, wenn auch weniger als in anderen Jahren, wurde in einigen Monaten ein Rückgang bemerkt, der mit dem gleichen Monat in den vorherigen Jahren übereinstimmt. Wir haben uns mit dem Direktor des Patronats für Tourismus, Moisés Jorge getroffen, um uns etwas von ihm über diese Schwankungen erzählen zu lassen.

Erzählen Sie uns bitte etwas über die Situation.

Wie wir schon im letzten Herbst angekündigt hatten, konnte man ein hektisches Jahr 2018 erwarten, was auch damit zu tun hat, dass unsere Konkurrenz in Mittelmeerländern wie die Türkei und Ägypten, aber auch Griechenland, Bulgarien und Tunesien auf den Emissionsmärkten für Touristen wie Deutschland und das Vereinigte Königreich an Bedeutung gewinnen. Deshalb kommen weniger Touristen in Urlaubsorte wie die Kanaren und damit Fuerteventura. Ab dem Sommer 2018 haben wir einen Rückgang der Briten auf der Insel erlebt. Angesichts der nächsten Herbst/Winter-Saison, die am 31. Oktober begann und im Sommer 2019 endet, ist es möglich, einen gewissen Rückgang vorauszusagen.

IHat das nur mit den Angeboten in anderen Urlaubsorten zu tun oder spielt der Brexit auch eine Rolle?

Der Brexit kommt noch dazu, aber unsere Konkurrenz ist wesentlich billiger. In den letzten Jahren sind unsere Preise wegen der großen Nachfrage sehr gestiegen. In diesen Ländern kosten Luxushotels mit ungefähr fünf Sternen das, was auf Fuerteventura drei-Sterne-Hotels kosten. Die Leute lassen sich vor allem vom Preis beeinflussen. In diesem Fall ist der britische Markt weniger stabil, weil er vom Preis beeinflusst wird und nicht von der Erfahrung, der Zufriedenheit oder der Sicherheit am Urlaubsort. Der Brexit kann eine weitere Ursache für den Rückgang der britischen Touristen sein, denn die Reiseveranstalter und Fluggesellschaften erzählen uns, dass das Pfund beim Brexit im schlimmsten Fall gegenüber dem Euro an Wert verliert, so dass es für die Briten teuer wird, in ein Euroland zu reisen. In diesem schlimmsten Fall werden die Gehälter begrenzt sein. Die Gehälter der unteren und mittleren Schicht werden nicht steigen, und das wird sich sehr deutlich in der Binnenwirtschaft des Vereinigten Königreichs bemerkbar machen. Trotzdem sind unsere Erwartungen für 2019 nach der Messe World Travel Market in London besser als wir erwartet hatten. Der Reiseveranstalter Jet2, der wichtigste der Insel, wird 22 Flüge pro Woche anbieten, das sind in der Woche vier mehr als dieses Jahr, was bedeutet 5% mehr Kapazität. Alles hängt von den endgültigen Abkommen des Vereinigten Königreichs mit der Europäischen Union ab.

Außerdem haben diese Orte ein exotisches Flair …

Und da sie in den letzten Jahren sehr viel verloren haben, möchten sie nun einen Marktanteil gewinnen und verkaufen zahlreiche Leistungen fast zum Kostenpreis, auch wenn sie daran nichts verdienen. Sie meinten, dass sie werben oder investieren müssten. Sie werden die Kunden dank der Preise anziehen und letztere erhöhen, wenn sie genügend Kunden haben. Außerdem hat die Volkswirtschaft dieser Länder nichts mit der der Eurozone zu tun. Arbeitskräfte sind wesentlich billiger und es gibt Vorteile für Fluggesellschaften und Reiseveranstalter, z.B. geringere Flughafengebühren. Die Massen von Touristen, die von Reiseveranstaltern bewegt werden, haben in diesen Ländern einige Vorteile gegenüber den Ländern der Euro-Zone.

Wie sehen Sie das Jahr 2019?

Der Sommer wird ein Wendepunkt sein, um zu sehen, wie die übrige Saison wird, wenn es nicht weitere gesellschaftliche, politische oder religiöse Veränderungen gibt, durch die sich der Markt erneut verändert. Wir haben angesichts dieser Situation schon neue reguläre Flugverbindungen mit neuen europäischen Ländern und Städten eröffnet, um neue Märkte zu erobern.

Es stimmt, dass man in letzter Zeit wesentlich mehr Besucher aus Ländern wie Österreich, der Schweiz, Holland, Belgien usw. zählt als früher.

Wir haben jetzt reguläre Flugverbindungen in diese Länder, oft mehr als zwei pro Woche. Das führt dazu, dass die Leute ihren Urlaub nach Belieben planen können. Es sind Leute mit einer höheren Kaufkraft, die nicht nur ihr Hotel selbst aussuchen, sondern auch mehr in Lokalen und Restaurants ausgehen. Immer mehr Touristen nützen diese regulären Flüge und wählen die Leistungen aus, die sie möchten. Diese Art des Tourismus hat sich gegenüber den Pauschalangeboten der Reiseveranstalter um zehn Prozent erhöht.

Das scheint besser zu sein...

Es ist wesentlich besser, dass der Tourist seinen Urlaub nach seinem Geschmack und nach seinen finanziellen Möglichkeiten plant. Und auch die Einwohner können mit diesen Fluggesellschaften in viele europäische Länder reisen. Die Angewohnheiten der Verbraucher ändern sich. Es gibt ein soziologisches Profil, das sich ändert und eine Gesellschaft, die auf die eine oder auf die andere Weise konsumiert und sicher heute anders ist als in zehn Jahren. Die Urlaubsorte müssen sich an diese Veränderungen des Konsumverhaltens anpassen. Man kann Fuerteventura auch nicht auf die gleiche Weise an die 17 europäischen Länder verkaufen, mit denen wir zusammenarbeiten. Wir müssen uns an die Vorlieben und Bedürfnisse der verschiedenen Orte anpassen.

 

INTERVIEW

Post

Interview José Pellise - Kupferhandwerk

Der in Cornellá de Llobregat geborene José Pellise, der von allen „Pep” genannt wird, hat sich in Fuerteventura ...

Post

InterviewMoisés Jorge - Direktor des Patronats für Tourismus von Fuerteventura

Moisés Jorge ist eine aus Direktor des Patronats für Tourismus von Fuerteventura...

Wir mögen es