Interview
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Blas Acosta – stellvertretender Präsident des Cabildo von Fuerteventura

„Ein wichtiges Thema in Fuerteventura ist der Bedarf an Wohnungen“

Da bald Wahlen sind, haben wir uns mit Blas Acosta, dem Kandidaten der sozialistischen Partei ‚PSOE‘, unterhalten. Er kandidiert für das Amt des Präsidenten des Cabildo.

Wie werden diese Wahlen Ihrer Meinung nach ausgehen?

Zum ersten Mal werden die Wahlstimmen und die Abgeordnetensitze gemäß der Reform des Statuts der Kanaren berechnet, das kürzlich von der PSOE im spanischen Parlament verabschiedet wurde. Die Leute können eine Partei wählen und wissen, dass sie vertreten sein wird. Ein Beispiel davon ist El Hierro mit 3.000 Stimmen. Coalición Canaria hatte zwei Abgeordnete, die PSOE einen und 50.000 Personen waren nicht im Parlament vertreten. Ich glaube, dass Coalición Canaria diesmal nicht so gut abschneiden wird. Wir haben die Möglichkeit, von 60 auf 70 Abgeordnete zu kommen, und da sich die Mindest-Prozentanteile auf den Kanaren geändert haben, werden mehr Parteien im Parlament vertreten sein. Wir kämpfen seit acht Jahren gegen Coalición Canaria, um das durchzusetzen.

Denken Sie, dass dies ein Nachteil für die Parteien sein wird, die normalerweise die Mehrheit haben?

Sie würden dadurch keine Nachteile haben, wenn sie ihre Arbeit richtig gemacht hätten, denn mit dieser sozialistischen Regierung wurde innerhalb von acht Monaten das nötige Geld bewilligt, um die Infrastrukturen zu verbessern. Da alle Formalitäten, die mit der Ausführung dieser Arbeiten verbunden sind, sehr langsam sind, hätte man die Projekte schneller fertigstellen und die Genehmigungen der Verwaltung erhalten können. Da es in Fuerteventura 13 Naturschutzgebiete gibt, sind alle Beantragungen wegen dem Umweltschutz komplizierter. Auch das Gesundheitswesen ist sehr rückständig. Das Krankenhaus wird seit 20 Jahren in Ordnung gebracht. Es wurde mehr Geld in die private Gesundheitsversorgung gesteckt als in die öffentliche. So etwas gab es noch nie. Die Bürger wollen eine richtige ärztliche Versorgung. Damit wird gespielt, indem man die Patienten in private Gesundheitszentren schickt, anstatt sie in den öffentlichen gut zu behandeln. Die Kanaren sind in diesem Bereich sehr rückständig. Es gibt Maßnahmen, um dies zu korrigieren, wie zum Beispiel ein Helikopter, der die Kranken in Krankenhäuser auf den anderen Inseln bringt. Wir dürfen nicht vergessen, dass das Gesundheitswesen auf den Kanaren täglich 9.000.000 Euro kostet. Trotzdem wurde nichts erreicht. Auch im Bereich der Bildung müssen wir noch viel aufholen. Es werden zwar Schulen in Villaverde und Morro Jable gebaut, aber sonst wurde nicht genug getan. In den letzten fünf Jahren wurde besonders wenig getan. Wir haben 42 Millionen Euro erhalten, um Schulen zu bauen, aber die wurden dann nicht gebaut. In Las Palmas gibt es Schulen, die geschlossen sind, weil sie ohne Plan gebaut wurden. Wir brauchen öffentliche bilinguale Schulen. Auf anderen Inseln gibt es die schon. Wir müssen uns bemühen, damit es sie in wenigen Jahren gibt.

Es scheint, dass dies sehr wichtige Wahlen sein werden…

Das stimmt. Da die Obergrenze herabgesetzt wurde, werden mehr Parteien vertreten sein. Die Regierungsbildung kann von einem Abgeordneten abhängig sein. Ein weiteres wichtiges Thema in Fuerteventura ist der Bedarf an Wohnungen.

Sozialwohnungen?

Es gibt ein Projekt für 1.800 Wohnungen. Die Regierung der Kanaren fordert, dass und die Regierung der Kanarischen Inseln beantragt, dass ihr Grundstücke zur Verfügung gestellt werden, um bauen zu können. Jeder weiß, dass der Bau eines Blocks von 80 oder 90 Wohnungen mindestens 2 Jahre dauert und dass es viel teurer wäre, sie zu bauen, als von den Banken zu verlangen, sie zu verkaufen. Auf Azaña Teneriffa wurden Wohnungen gekauft, aber um sie Instand zu setzen, nicht um sie den Menschen zur Verfügung zu stellen. In Fuerteventura gab es keine Politik für Sozialwohnungen. Die letzten Sozialwohnungen wurden in Pájara gebaut. Die habe ich bauen lassen, als Bauen sehr teuer war. Damals schaffte ich es, 500 € pro Meter zu zahlen, obwohl der Meterpreis teurer als 800 € war.

Über welches Thema möchten Sie noch reden?

Wir haben uns vor allem auf die Erneuerung von Hotels konzentriert und sind inzwischen ein Vorbild auf den Kanaren. Dies geschah nicht, um die Hoteliers zu begünstigen, sondern es war gut für alle beteiligten Branchen und führte zur Schaffung von Arbeitsplätzen. Es wurden mehr als 400 Millionen für die Verbesserungsarbeiten investiert. Die Arbeitslosigkeit ging stark zurück. In einigen Gemeinden herrscht sogar Vollbeschäftigung. Der Cabildo muss die Initiative ergreifen und nicht darauf warten, dass die Gemeinden ihre Projekte vorlegen. Was den Wasserverbrauch betrifft, müssen wir daran erinnern, dass das Wasser nicht nur dem Wasseramt des Cabildo gehört, sondern auch den sechs Gemeinden der Insel, obwohl der Cabildo alles bezahlt …. Das Wassermanagement muss professioneller werden. Der Wasserpreis ist seit mehr als 20 Jahren nicht erhöht worden. Das ist sehr gut, aber bis wann wird es möglich sein, die Kosten ohne die Unterstützung der Gemeinden zu tragen. Außerdem wird es mit einem professionellen Management möglich sein, die gleichen Preise anzubieten und weniger Verluste zu machen.

 

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